angesichts der uhrzeit und der anstehenden exkursion in ein paar stunden fasse ich mich nochmal höchst distingiert kurz. um erstmal allgemein zu bleiben, kann ich mich mal wieder über die tageslänge auslassen. es ist hier tatsächlich höchst unausgeglichen, und während ich ähnliche bilder im winter von 12uhr mittags hochgeladen hab, ist das bild von zml genau mitternacht
dunkel wirds garnicht mehr, und hätte ich einen stetigen bio-rhytmus, wäre der jetzt gestört.
die exkursion zum vergletscherten tale wurde ich letzten moment noch verändert und um einen tag verkürzt. die uni-verwaltung hat den mäßig erstaunten professoren nahegelegt sich einen anderen gletscher zum kaputthauen auszusuchen, also haben wir weit weit im osten am Fláajökull unserer rudimentären fähigkeiten in sachen schlau aussehen verfeinert. und, ja, zeit, deswegen einfach ein paar fotos, geschichten und hoch männliches wetter-rumgejammer folgen später, genauso wie auswertung des höchst elterlichen besuchs (die es trotz aschewolke und flughafenschließung doch wieder nach dtl geschafft haben, wahrscheinlich in verbindung mit einer kostenlosen busfahrt ins liebliche Akureyri.
damit verabschiede ich mich, wünsche eine schöne woche, ich gehe jetzt fossilien zerdeppern.
ich schreibe jetzt mal schnell, dass ich nichts schreiben kann (nachdem beschwerden aufbrandeten). die eltern toben gerade durchs haus und ich gehe jetzt für 2 wochen auf dicke exkursionen - wenn der vulkan uns lässt. für ortskundige bzw google maps kundige: wir fahren morgen früh in richtung skogar und myrdalsjökull auf die allmächtige gletscherexkursion. probleme: - das ding liegt genau neben dem vulkan, ergo ist alles, was nicht eh schon weggeschmolzen ist schwarz wie meine sonntäglichen augenringe - wir kriegen alle schutzmasken von der uni, allerdings keine schutzbrillen, was zu noch schwärzeren augen führen könnte - diverse flüsse an denen wir arbeiten verströmen noch diversere gase. anleitung dafür: wenn einem unwohl wird auf ne höhere lage begeben und lehrer informieren - seit ein paar stunden rumpelt unter dem feuerspender der dollste erdbebenschwarm seit kurz vor dem ausbruch alles in allem hoffe ich, dass wir früher abbrechen, und ich dann mehr als einen tag zeit habe für die nächste exkursion in den schönen norden island (nach Tjörnes), um stratigraphisch hochwertige landschaften und fossilien unfachmännisch zu zerdeppern
danach gibts hier wieder die wunderbare welt des thomas brennivin, bis dahin grüße und frohe weihnachten
weihwasser:
für muddis is direkte qualifikation, hansa nimmt die relegation
Hallo, da bin ich wieder, voll mit dem üblichen Gesabbel aus Reykjavík. Zuerst tatsächlich sehr üblich, da das Schwesting und Markus hier zu Besuch waren und wir zusammen in Rekordzeit einen großen Durchschnitt des Isländischen Touristen-Best Of durchgezogen haben. Zur gleichen Zeit hatte Janne (mein alter Mitbewohner) auch ne Horde versoffener Finnen zu Besuch, so dass wir unsere Kräfte (und Finanzen) gekoppelt haben und ins Land ausgezogen sind. Die dabei vernichtete Whiskymenge lässt sich kaum in Worte fassen, genauso wenig wie die Landschaft, also lasse ich mal wieder Bilder sprechen.Zuerst mal Gullfoss – immer wieder schön aaaaber windig
Darf nie fehlen – Vík, von oben diesmal
Auf dem Weg zum Vulkan durch bestes Gelände
Und nochmal Vulkan – von der Art Bilder hat jeder von uns so um die 500. Der dunkle Rauch rechts kommt von der eigentlichen Ausbruchsspalte, die penetrante Dampfsäule zur linken resultiert aus einem Techtelmechtel der Lava mit einem Fluss
Die Nacht wurde größtenteils in einem anliegenden Hot-Pot verbracht, wobei einer der Finnen vorher volltrunken Whiskytuliert hat. Am nächsten Morgen erstmal Reifenwechsel, da einer den Tag nicht überlebt hat. Ansonsten gab es noch 2 ambitionierte Versuche nach Landmannalaugar vorzustoßen, allesdings haben wir auf beiden “Straßen” jämmerlich versagt und die Autos dabei höchst professionell zergurkt – Mietwagen Olé! Aber von sowas lassen wir uns doch nicht entmutigen, also wurde spontan auf andere Sachen umgeschwenkt, zB Höhlen
Markus hat den Ausgang gefunden
und auch die Finnen verlassen ihren angestammten Lebensraum
Wir haben auch gewissenhaft versucht, den Vulkan zu erklimmen, allerdings hat uns erst die Polizei und später die Bergwacht nach 10min mitm Prügel vom Berg gejagt, weil das Wetter zu schlecht war. Ich war jetzt doch oben und muss sagen – sie hatten recht. Ausweichprogramm – Eislagune
mit fröhlichem von Scholle zu Scholle springen und gucken wer am weitesten kommt
und als Abschluss nochmal Teile der Geschwister Neumann mit dicken Pullis
Wie man sieht hat der Pulli die Anne gut glücklich gemacht – was auch von Nöten war, da ich, ganz vorbildlicher Bruder, vor ihrer Abfahrt auf ein Festival in die Westfjorde geheizt bin und sie nen Tag allein gelassen habe. So muss das.
Festival heißt in diesem Fall: kleines Fischerdorf am Arsch der Welt will all seine verlorenen Kinder zu Besuch haben, räumt eine große Walhalle und läd so zml alle isländischen Bands mit Rang und Namen ein, die auch prompt alle kommen – ohne Bezahlung und für die Gäste ohne Eintritt, gutes System. Glückspilz der ich bin konnte ich, räusper räusper, bei der Tante der Schwester des Buddies von nem Freund in der Wohnung schlafen und auch fast umsonst hinkommen.
Wir hatten viel Zeit vorher – also fingen wir um 12 so an - Fjord hochklettern, Whiskey runter, Schneesturm genießen, Beine auftauen, wir runter
und machten so bis abends weiter
Technotypen gekleidet in Schaf und Dorfjugend beim cool rumsitzen
Hat Spaß gemacht!
So, der Marathon neigt sich gegen Ende. Vulkan, jetzt hast du deine 5 Minuten.
Ja, beim dritten Versuch hats dann endlich mal geklappt und wir sind todesmutig der Lava entgegengetreten. Die hat sich allerdings etwas abseits der Hauptstraßen breitgemacht, deshalb muss man dahin erstmal 5 Stunden wandern – also ab auf den Gletscher zum Vulkan. Zuerst über sauberen Schnee
Dann über Aschebedeckten – mit Reifenspuren die Steigungen hochführen, die man kaum zu Fuß schafft. Dämliche Superjeeps.
Der letzte Hügel vorm Corpus Delicti
und da ist er – der rauchende Berg, genau dort, wo einst Islands berühmtester Wanderweg langführte und vorher plattes Land war
Noch dampfende Lava, die sich in die Schneedecke geheizt hat. Und wenn man genau hinguckt, sieht man noch die Markierungspfeiler des Wanderwegs in der Lava
Die besserzahlende Clientel lässt sich mit dem Hubschrauber hochfliegen
So, und jetzt folgt: Lava, Vulkan, rumposieren vor Lava, rumposieren vorm Vulkan
Danach ging es dann in düsterer Nacht zurück zum Auto – Stirnlampen ahoi, Füße Adé. Die Wanderung, wie auch der Eintrag, hörte auf wie es in Island sein sollte – am Himmel Vulkan und Nordlichter.
In Reykjavík gibt es 2 erwähnenswerte Tiergruppierungen. Zuerst wären da mal die allgegenwärtigen Katzen. Sympathischerweise bevorzugen die ansässigen Wikinger nämlich selbige gegenüber Hunden, sodass man hier sehr oft rotzfrechen Repräsentanten begegnet. Die haben nämlich (wer nämlich schreibt mit h ist dämlich) sich einige der Wikinger Sitten angeeignet und sind teilweise recht bedacht darauf ihre Streicheleinheit zu kriegen. Schüchternheit sieht man dabei fast nie, aber einen hohen Grad an Intelligenz: ich habe hier schon Katzen Fußgängerbrücken benutzen sehen und auch “Gassikatzen”, die auf der einen Straßenseite gewartet haben, bis Frauchen von der anderen Seite gerufen hat.
Die andere Großgruppe ist das Geflügelvieh. Es gibt Schwäne, Enten, Gänse. Meine ausgesuchten Lieblinge sind natürlich immer noch die Enten, die so traumhaft dämlich vor sich hinquaken; auch sekündlich im dünnen Eis einbrechende Schwäne sind gut vertreten. Aber die wahren Herrscher über den Federhimmel hier sind die Gänse. Die ziehen den ganzen Tag über die Grünflächen Reykjavíks und futtern den Rasen weg. Wenn sie dabei Straßen überqueren müssen – kein Ding. Keine Hupe auf keiner Hauptstraße hier könnte eine Gang testosterongesteuerter auf ihrem Wackelgang beschleunigen – und solcher Gruppen gibt es viele. Das System funktioniert aber, der Rasen ist kurz und die Gänse sind satt.
Jetzt der chronologische Teil. Letzten Samstag (Kater ließ grüßen) hat der weltberühmte Präsident der Malediven im Unigebäude eine Vorlesung gehalten. Dabei hat er dezent auf sein sinkendes Eiland aufmerksam gemacht und den gletscherschmelzenden Klimawandel verflucht – schön wars. Beflügelt davon habe ich gleich danach (also nach einem kurzen Gang durch die Bars des letzten Abends um meine Jacke wiederzufinden) nach einem Praktikumsplatz dort Ausschau gehalten, aber zukunftsorientiert haben die nur nach Hydrologen gesucht. Den Abend davor gab es wieder einen der hochgelobten, freibiergesegneten Science-Trips. Diesmal in einer von Frauen gegründeten Bank, die mehr weibliche Werte in die testosteronüberfrachtete Finanzwelt bringen will – eine wirklich sehr interessante Sache und das erste Mal überhaupt auf Englisch, was dem Ganzen noch eine gewisse Würze verliehen hat.
Seit Monaten schon planen wir einen Trip von Hveragerði nach Þingvellir, und morgen (in 4 Stunden) ist es dann also soweit, dass wir endlich unser Zelt satteln und Berge erklimmen können. Denkste! Ha! Vor ungefähr 3 Stunden hat sich nämlich der am schwersten benamste Vulkan Islands (Eyjafjallajökull – ausgesprochen “Eyijafjatlajökütl) dazu entschlossen auszubrechen. Sein Ausbruch wurde uns Vulkanologie-studierenden Leuten schon seit Wochen versprochen, und unsere Geduld war auch schon langsam erschöpft (ich habe ernsthaft darüber nachgedacht mal hinzufahren und ihm eine erlesene Auswahl meiner “deine mudder” Witze zu präsentieren und einfach mal dezent ranzupinkeln um ihn zu reizen). Die Nachricht hat sich in der Partyszene heute abend recht schnell verbreitet, und es war recht einfach zu untertscheiden wer von den Leuten Geo/graphie/logie studiert (frenetische Jubeltänze) und wer nicht (nix). Jedenfalls wurde der Trip spontan umgebucht, und in ein paar Stunden gehts los mit jüngst beschriebenen Klapperjeep zum Lavasurfing und Aschesammeln.
Bääääääääm!
Jo, schlussendlich hat sich endlich mal einer meiner Freunde die Mühe gemacht mich angemessen zu würdigen und auf komplett unsarkastische Art und Weise seine Wertschätzung mir gegenüber auszudrücken.
Schön. So, gute Nacht und Frieden auf der Welt, ich danke für die Aufmerksamkeit uuuuund singe uffta uffat uffta tätäräää (Hansa hat gewonnen!)
werde ich hier blended weitergebildet. Optisch. Nachdem ich meine Jugendschuhe Fußball-guckend abgetragen habe, werde ich hier ganz vorsichtig an weitere Sportarten herangeführt. Zuerst war das Wort, dann kam Handball – wonach Island verrückt ist und was mein Leben während der EM entscheidend beeinflusst hat. Ich war im dänischen Fernsehen, es gab Freibier und das öffentliche Leben (so auch die Uni) wurde während der Spiele weitgehend eingestellt.
Die letzten Tage habe ich dann zu großen Teilen hochgespannt mitfiebernd verbracht mit Curling (wonach viele Norweger verrückt sind, und wenns nur wegen der Hosen ist) und Eishockey, welches hier von Finnland und Kanada zelebriert wird. Heute abend ist es dann auch so weit: Finale! Kanada vs. USA, der Klassiker. Wieder im Bjarni Fel, wo letzte Nacht um 3 Finnland die Slowaken versohlt hat und es für beide Fangruppen Schnaps auf Kosten des Hauses gab. Auch ansonsten grandios: auf ein paar Bildschirmen das Spiel, auf anderen ein Rammstein-Konzert mit donnernden Bässen durch die Hausanlage und auf noch anderen durchaus leicht bekleidete Damen bei Modenschauen. Gute Mischung!
Während es im alten Festlandseuropa taut, gabs hier seit Mittwoch Nacht beachtliche Mengen Neuschnee, was in ausgedehnten Schneeballschlachten und Muskelkater im Arm resultiert. Dabei haben wir gutes timing bewiesen und waren Mittwoch nochmal wandern, wobei ich 2 Sachen gemerkt habe:1. umso kälter es ist, desto verrückter sieht die Landschaft aus, und 2. ich brauch dringend wieder Handschuhe. Wunderschöne Fotos gibts wie immer gratis dazu:
Eisquallen über anscheinend lebensmüden Algen –wer wächst denn da?
ein Feld von Schneeflügeln vor gewaltigem Blubbertopf
Schneeflügel mal live und in Farbe
geologische Feldstudien an Kissenlava
nochn Blubbertopf, ich könnte ihnen stundenlang zugucken
schwefelige Ablagerungen an Erdafter
farbenfrohes Island
uuuuuuund als Highlight des Tages: Eispilze zum bewundern und drin rumtrampeln
So, das wars in Kürze vom Polarkreis, Tschüssing!
Warzpulver:
Wenn ein neues Hansa-Spiel startet, weiß man wenigstens, was einen erwartet.
p.s. aufgrund gewohnter Lahmarschigkeit der Verbindung kommt der Eintrag wieder einen Tag zu spät und ich kann verkünden, dass Kanada nach einem Herzschlagfinale den USA mit nem Golden Goal in der Verlängerung in den Amiwertesten getreten hat