Dienstag, 23. Februar 2010

Taritara...

der Thomas ist wieder da. Ist ja auch erst einen Monat her. Es ist doch wie immer – kaum lobt man die Uni mal ein bisschen, gibt sie einem völlig ungeniert Arbeit auf. Uncool, ich bin Austauschstudent, ich sollte mit sowas nicht belastet werden. Allerdings will ich nicht behaupten (und es würde mir eh niemand glauben), dass ich überlastet bin.

Das ist das Uni-Hauptgebäude in forbenfrohem Gewande.

Anfang Februar gab es wieder ein Chorwochenende mit allem drum und dran (natürlich auch dem obligatorischen hot-pot, welcher durchaus als gut gefüllt bezeichnet werden konnte). Dieses Jahr gibts leider keinen Beethoven, sondern viele isländische Liedchen – davon einige zml modern, was das Einproben nicht unbedingt schöner macht. Aber als alter Hase (wuhaha) durfte ich dieses mal bei der Einweihnung der neuen zugucken, welche ich letztes mal selber ertragen musste – ich sage nur verrottetes Walfleisch – Traum! Samstag abend dann wieder die Performance der einzelnen Stimmgruppen, welche der Tenor diesmal ohne Frage dominiert hat mit einer Eigeninterpretation von “Lalalalalalaaaalaaa” von Bud Spencer und Terrence Hill.Hier zu sehen mit der “bom-bom-bom” Gesangsgruppe hinten links, im Vordergrund die Schießerei der Schurken und hinten rechts die holden “Lalalalalalaaalaaa”-Jungfern, welche dann von den Siegern entführt wurden – episch.

Die neuen Austauschstudenten haben sich schon prima ins Gefüge eingepasst, sind fleißig am Touren machen und “nachholen”, und einige übertreffen in Sachen Aktivität tatsächlich auch uns – aber wir habens ja auch nicht mehr nötig – alles schon gemacht, alles schon gesehen. Oder so.

Trotzdem stehen natürlich immer wieder kleinere und größere Ausflüge auf dem Programm, so z.B. gestern raus ins Niemandsland(=30min hinter Reykjavík) und dann wandern. Das “Auto” war ein um 1752 gefertigter Jeep mit leckender Benzinleitung (schöner Geruch!), hinten links keine Scheibe (wo die Plastikfolie während unserer Wanderung leider von neugierigen Island-Ponies durchgeknabbert wurden) und einem ungeheurem Repertoire an verschiedensten Geräuschen. Ein paar Bilderchen von Trips

welch edle Mineral-Ablagerungen

nein, das Wasser ist nicht kalt

zu unserem Leidwesen hat Janne (Finnland) einen völlig unlustigen Sport namens “German-Bowling” erfunden, bei dem es darum ging, möglichst viele von uns umzuknüppeln

enthusiastische Pflanzen in einem WALD, ich wiederhole: WALD

an dieser Stelle möchte ich nochmal meinen Großeltern für meine Wasser – und Eismatschdichten Schuhe danken


wenn Flüsse frieren, haben sie trotzdem noch die Muße schöne Formen zu bilden – Respekt!

Schöner Berg vor schönen Bergen. Natürlich haben wir uns den höchsten der ganzen Umgebung rausgesucht, und dass auf den anderen Schnee liegt und auf unserem nicht ist mir völlig unerklärlich.

Interessant war auch ein schöner Nachmittag in noch schöneren Höhlen in einem an Schönheit kaum zu übertreffenden Lavafeld. Das liegt ungefähr 30min von Rekjavík (diesmal die andere Richtung) und wirkt erstmal etwas unscheinbar, allerdings muss man nur die Eingänge kennen (und das richtige Format haben) und schon stehen einem die Höhlen offen

kein Problem, gelle?

Allerdings gibt es auch sehr viel größere Höhlen, und in denen kann man sogar stehen und gehen (wobei dabei ein Helm von unschätzbarem Wert ist). Der längste Gang ist um die 800m lang, und man glaubt garnicht, wie dunkel es schon nach 20m werden kann.

Aber Dunkelheit hat auch Vorteile – und zwar, wenn es wieder Nordlichtzeit ist. Vor ein paar Tagen hat die Sonne (die laut hochwissenschaftlichen Seiten jetzt wieder aus ihrer 3-jährigen Passivitäts-Phase aufgewacht ist) etwas am Zeiger gedreht, und am Himmel ein unglaubliches Schauspiel gezeichnet. Den ganzen Abend waren schon die üblichen, schwach grünen Lichtlein am Himmel zu sehen, als plötzlich alles lichterloh brannte: in hellgrün, weiß und lila – in schwingenden Bändern, tanzenden Strahlen und großen Wolken. Es ist wirklich gut zu wissen, dass man dieses Schauspiel nie in Bilder fassen kann – trotzdem versucht man es natürlich. Allerdings wird das Resultat bei weitem nicht dem Original gerecht (in etwa wie Musikschule-Fröhlich-Anhänger).

Da wir hier alle hochmusikalisch sind, und in Reykjavík eigentlich jeder in einer Band spielt, haben ein paar Austauschstudenten jetzt eine solche gegründet. Wir haben sogar einen Raum, Instrumente und schon zweimal geprobt – möglich eigentlich nur hier, wo sich durch Kontakte und zwei Anrufe alles regeln lässt. Jedenfalls dudel ich jetzt höchst unprofessionell das Akkordeon in einer (ungefähr) 10-Mann/Frau Band und erwarte den großen Durchbruch in spätestens 2 Wochen. Wie der aussehen könnte, habe ich mir Samstag abend schonmal angeguckt – im Nasa(dem größten Isländischen Club) bei einem schon lange ausverkauften “Dikta” – Konzert. Das ist einer der vielen Lokal-Matadore, und durch meinen mir angeborenen Charme kam ich als auf der Gästeliste stehend umsonst rein (was ganz gut ist, da ich schon wieder beachtlich pleite bin).

Das wars erstmal, die Sonne scheint, und ich habe mit drückend schlechtem Gewissen schon eine ´Vorlesung ausfallen lassen. Bis hoffentlich bälder als letztes Mal, tschüs und Trockenfisch für alle vom

t

Weinen:
In unsrer Welt, ihr könnt mir glauben,
gibt es finstere Chimären,
die hinterhältig Mützen rauben; -
ich könnts mir anders nicht erklären.

p.s. ich hab letztens nen Trabbi gesehen

p.p.s. unser Internet hat (im Gegensatz zur Sonne) gerade ein Jahrhundert-Tief erreicht, deswegen ist der Eintrag eigentlich von gestern

p.p.p.s. hab noch ein altes Bild von Halloween gefunden

Freitag, 22. Januar 2010

Sommer

Moin! Mal scharf nachdenkend, warum ich eigentlich hier bin, hab ich beschlossen, mal ein hochtonales Loblied in drei Akten auf die HÍ zu summen: die “Háskóli Íslands”. Uni muss ja auch mal sein.

Da wären erstmal die Professoren, von denen es erstaunlich viele gibt. In allen Kursen haben wir mehrere von Ihnen, die sich, je nach Spezialgebiet, die Vorlesungen zuschustern. Da mein isländisch doch noch nicht soweit fortgeschritten ist, wie ich gehofft hatte (ich kann ein Bier bestellen und ein paar mehr Standardsätze), belege ich nur Kurse aus dem sehr reichhaltigen Englisch-Angebot. Einer der Kurse wäre eigentlich isländisch gewesen, aber da zwei Austauschstudenten sich eingetragen haben, hat der (um die 80 jährige) Prof problemlos von isländisch auf englisch gewechselt – und keinen störts. Alle Professoren werden mit Vornamen angesprochen (in deutsch: “Ey, Paule, komm mal ran”), sowas wie Sprechstunden gibt es nicht, die Büros sind immer für alle offen.

Mein Unigebäude, Askja, ist neu und feinstens ausgerüstet mit allem möglichen Schnickschack, es gibt viele Labore, und als ambitionierter Student (könnte) man dieselben für diverse eigene Experimente und Projekte nutzen. Trotzdem ist es nur drinnen doch irgendwann eintönig, weshalb es gut ist, dass es von fast jedem Kurs mindestens eine mehrtägige Exkursion gibt. Wobei ich zugeben muss, dass es hier auch etwas einfacher ist, Exkursionen zu besonderen Formationen zu organisieren (meine Kurse dieses Jahr sind Vulkanologie, Glaziale Geologie, Minerale und Georesourcen und zum Ende des Semesters eine 8-tägiger Field Trip mit allem möglichen Kladderatatsch wie Palaeontologie, Sedimentologie und Stratigraphie).

Das Herz des Campus ist “Háskólatorg”. Hochmodisch designt (vor der Finanzkrise) gibt es dort die Mensa mit nem Laden fürs leibliche Wohl, einen Buchladen, Computerraum, ein paar Büros und eine geniale Einrichtung namens “Service-Desk”. Da sitzen rund um die Uhr hoch kompetente Uniangestellte und helfen einem in allen Belangen des Unialltags weiter – das entwirrt auf angenehme Art und Weise das Bürokratenknäul und ist gut genug, dass andere Unis sich da mal was abgucken könnten. Öfters finden dort über die Mittagszeit mal kleine Konzerte statt, diverse Thementage werden dort abgehalten (am Samstag ist zum Beispiel Japan-Tag – yeah). Irgendwo da ist auch das Rechenzentrum, in dem der Server fürs “Ugla” steht. Das ist das Uni-Netzwerk, das ich mir immer gewünscht hab. Mit seinem Benutzernamen und Passwort ausgerüstet kann man sich da für Kurse eintragen/austragen, seinen Stundenplan anhimmeln, seine Noten, die Kurswebseiten mit allen Materialien und Diskussionsseiten bestaunen, Druckergeld aufladen, seine Emails verwalten und und und – vorbildlich!

Zur Uni bleibt mir eigentlich nur noch zu sagen, dass sie mein Herz endgültig mit den “Science Trips” gewonnen hat. Die hatte ich ja schonmal erwähnt, und es ist immer noch super. Letzten Freitag gings zu “Orkuveita Reykjavíkur”, der größten isländischen Geothermalgesellschaft. Nach interessantem Vortrag und Führung durchs (geniale!) Haus sah es so aussci1

sci

Freibier (ab 17Uhr)! Danach wurde man (wie immer) mitm Bus direkt in die Innenstadt gekachelt, wo eine Bar billiges Bier gestellt hat – allerdings konnt ich nicht so lange bleiben, da ich nach Hause musste um (hochnüchtern) meine Geburstagsparty vorzubereiten. Um 9 sind da die ersten Gäste eingetrudelt, und bis um 1 gings dann fröhlich so weiter – Bilder spar ich mir auf Grund gewisser Lesergruppen lieber. Erwähnenswert ist hier, dass ich außer zahlreichem Bier als Geschenken (ich weiß nicht warum) noch ne Spritzpistole, nen Kaktus, den besten Kuchen der Welt kuc und nen Spielpartner für Morten gekriegt habe – ehrlich, gehts noch besser?

mor

Um 7.30Uhr war auch diese Nacht vorbei. Und mein Handy weilt seitdem an irgendeinem besseren Platz, ich hoffe es geht ihm gut.

Vollkommen Katerfrei haben sich 5 Recken dann am Sonntag aufgeschwungen, einen der schönsten Strände der Welt zu besuchen und deftig zu grillen. Da muss ordentlich Fleisch aufn Rost! Den Strand hab ich auch schonmal erwähnt, aber davon kann man nicht genug kriegen.str1

str2

str3

str4

str5

Das Leben hält auch viele kleine Freuden bereit, wie ein schönes Unwetter im Whirl-Pool, mit Hagel und dem ersten Blitz und Donner seit Jahren (interessant die Kompetenz in Sachen Blitz hier zu sehen, alle Isländer sind erstmal schnell ins Wasser gerannt), Nordlichter über Reykjavík, immer längere Tage und viele nette neue Austauschstudenten. Schöne Sache das. Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung, und wer jetzt anruft kriegt einen Basaltstein gratis dazu. Also, erstmal tschüs und so Sachen, ich muss mich jetzt auf den nächsten Science-Trip vorbereiten.

Wahnvorstellungen:

Der (windbedingt) sehr kurze Weg aus dem Haus,

gleicht sich heimwärts recht gut aus.

 

p.s. wer mehr Bilder sehen will, die facebook-adresse gilt immer noch

Mittwoch, 13. Januar 2010

Worte zum Mittwoch

góðan daginn und hallo. aufgrund der aufstrebenden wetterlage habe ich mal ein farbenfroheres hintergrundbild genommen, welches in seiner entzückenden verwesung eine geradezu kindliche unschuld vermittelt. soviel dazu.

ja, unschuldig, weihnachten. meinen 24.abend habe ich dieses jahr ja hier verbracht, mal was neues. meine australierin des vertrauens und ich haben irgendwie den tag verbracht (wir wissen beide nicht mehr was genau wir gemacht haben – wahrscheinlich nicht zu viel), dann hab ich mit versammelter familie videotelefoniert und durfte den göttlichen gesängen meiner geschwister lauschen. trotz einiger technischer problem…chen war das doch ne schöne sache. danach sind austri und ich ab zum guesthouse aurora, wo eine spanisch-finnische coproduktion ein festliches mahl zusammengezaubert hat. später hat dann ein leicht lallender weihnachtsmann (seines zeichens estonier) die geschenke verteilt und vehement auf seine gedichte (von allen) und dankesküsse (von den mädchen) bestanden. für familienfeiern würde ich ihn nur bedingt empfehlen. dem wodka auch nicht ganz absagend hatte ich dann um mitternacht viel spaß in der weihnachtsmesse, wo ich mit nem teil des chores die ganze liturgie mitsingen durfte – allerdings habe ich mich noch besser gehalten als björn (auch aus deutschland), der vorher von schwiegervater in spee zum likörtrinken genötigt wurde und gewisse probleme beim finden der seiten hatte. ein schöner abend!

den ersten weihnachtsfeiertag verbringt man als gastisländer natürlich…im wasser! wir haben uns deshalb wieder für den heißen fluss entschieden, weil der gut zu erreichen ist (und die schwimmbäder zu hatten). der hinweg war garnicht so einfach, da es irgendwie eisig war. mit gefrorenen flüssen

ei1

gefrorenem boden (ich liebe diese kristalle)

ei2

und gefrorenem…allgemein

ei3

nach diesen hürden ist man irgendwann dann da, beim heißen fluss des vertrauens (ratet, welcher der beiden kalt und welcher heiß ist)

ei4

da muss man dann nur noch ein paar nackige engländer vertreiben, die nicht mit besuch gerechnet haben, und dann ab ins wohltemperierte nass

ei5

was die ganze freude ein bisschen verleidet ist allerdings das rauskommen und wieder in die ebenfalls gefrorenen sachen steigen – gut für die durchblutung.

habe ich schon erwähnt, dass ich eiskristalle mag?

bo1

bo2

ja, und dann war natürlich irgendwann silvester. dazwischen lagen diverse partynächt, die ich jeweils komplett kater-frei überstanden hab (meine mitbewohnerin hasst mich seitdem unterschwellig).

jap, jetzt wären eigenlich videos vom abend vor silvester (große isländische demonstrationen vorm parlament und super konzert) und direkt silvester (spannung pur) dran. aber das internet lässt sich bitten, und ich bitte nicht gerne – das wird nachgereicht.

erwähenswert wäre außerdem noch ein tagesausflug auf die Reykjanes halbinsel, den wir kurz vorm anfang des semesters (montag) noch gemacht haben. dabei ist auch dieses wunderschöne fischleichenfoto entstanden (himmlischer geruch in der gegend) und wir konnten viele traumzauberausblicke genießen. die halbinsel ist im südwesten, direkt unter reykjavik, und ist eine der aktivsten vulkanischen zonen islands. an ihr kommt kein tourist vorbei, sei es wegen der landschaft, der blauen lagune oder auch nur, weil der internationale flughafen auf ihr liegt.

ein bild sagt mehr als tausend worte, deswegen folgen jetzt mehr als 7000 worte – ich bitte das zu bewundern. zuerst nochmal eine gut fischige angelegenheit (wartet nur aufs geruchsinternet)

re1

später konnten wir dann beweisen, was für weltgewandte personen wir sind, indem wir einfach zwischen den kontinenten (hier eurasien und nordamerika) hin und hergesprungen sind

re2

außerdem kann man natürlich immer den ozean bewundern – um ihn noch spannender zu machen, hilft der gute alte trick, einfach ein paar leute im vordergrund zu positionieren

re5

re3

steine gibts immer zu bewundern, hier mal ein schön verwitterter sandstein und die wahrscheinlich schönste kissenlava der welt

re6

re7

und last but noch least (bzw. falls noch jemand liest) kann man in der dämmerung auf einem spiegelglatten see immer sehr viel spaß haben

re8

geburtstag hatt ich ja auch schon wieder, danke für die vielen glückwünsche! feiern werde ich diesen freitag, gleich nach dem ersten freibier-sciencetrip des semesters, was vielleicht diesmal doch in einem kater resultieren könnte. das semester hat wieder angefangen, die meisten sind wieder da und es regnet gerade – das zweite mal, seit ich in reykjavik bin. das muss mir mal einer nachmachen.

ich danke für die aufmerksamkeit, wünsche eine geruhsame nacht und sjáumst!

waltran:

tote fische, teures bier,

trotzdem, doch, gefällts mir hier.

Donnerstag, 31. Dezember 2009

rettet den fettschwalm

liebe leserin, wie gerne würde ich die ganze sache jetzt mit kopfhörern und bahn(trommelfell)brechenden bässen begleiten, aber leider läufts im leben nicht immer so, wie frau es will - die suppe is kaputt und ich muss noch 7 tage auf neue warten - tragikologisch! (so, genug feminismus publiziert für die nächsten 25,3jahre).
moin! nach doch längerer zeit melde ich mich zurück, und die ausreden für die lange verweildauer des letzten eintrags lass ich mal lieber weg, das wär sonst ein eigener post für sich. viel wichtiger ist doch: ich lebe noch, ich lebe gut und meine lebenslustige leber atmet noch leger vor sich hin. weihnachten ist vorbei, silvester in 20,5h auch, das 1. semester sowieso und der gewohnte wechselkurs der ISK ja zum glück auch, mein 23. lebensjahr auch bald - wie die zeit vergeht. um das ganze mal wieder ganz chronologisch zu lösen, fang ich mal mit früher an. da war nämlich alles besser, das benzin billig und die schafe willig (von der straße zu gehen). deswegen entschieden ein paar recken und ich mich anno vor drei wochen nen größeren trip zu unternehmen, in den osten des inselstaates. also: 6 leute ins auto gequetscht, der fahrer ausgerambot (ich wars dummerweise wieder nicht) und dann ab. dafür wurde wieder ne fette prollokarre gemietet und auf die straße gesetzt - auto und doch schwer zugängliche straße auf diesem bild (das nächste mal mieten wir uns besser ein boot).CIMG2161

ja, der osten. für mich natürlich ein schlüsselbegriff und schon im vorhinein eigentlich nicht zu übertreffen, wurde er gleich nach ein paar stunden vom süden übertroffen.da gibts nämlich nen strand, an diesem strand gibt es wellen. in "Vik". wie es da aussieht kann man hier mittelmäßig nachvollziehen:


das video wurde übrigens in farbe aufgenommen und an dem tag war er windstill. auf meiner ersten exkursion habe ich auch gelernt (und ich hoffe jedermann denkt jetzt “na gammliger gabelstabler auch eins, und das weiß er noch?”), dass es im süden islands die höchsten wellen der welt gibt, und dass da jedes jahr ein paar meter überflüssige küstenlinie abgetragen werden – bis sie wieder vom nächsten übermütigen Jökulhlaup wieder nach hinten verlagert wird. gute gegend zum zelten und für die schlitterwochen. nach halt an diversen wasserfällen,was

eislaguneneis

rentierherdenren

und anderen naturereignissen

nat

nat1

nat2

nat3 kommt man dann irgendwann in den genuss der ostfjorde, die sich bei guter sicht wunderschön von der ringstraße aus beobachten lassen.

ost

besagte ringstraße war diesesmal fast die ganze zeit schneefrei, und nur der eisbelag hat uns ab und zu schwierigkeiten bereitet.


vier tage unterwegs, davon in 2 wächten nordlichter – was will man mehr. dieses gruselige haus hier ist unser domizil der einen nacht, und das darüber soll dieses sehr fotoscheue schauspiel darstellen – mehr schlecht als recht.nor

isländer sind energiemäßig verschwenderisch – können sie aber auch sein, immerhin gibts strom und heißwasser ja quasi zum nulltarif (aber ohne gläser). trotzdem schafft die versammelte bevölkerung es nicht, so viel strom zu verbrauchen wie die großindustrie. die besteht hier hauptsächlich aus aluminiumschmelzen, welche (wunder wunder) sehr viel strom brauchen. nachdem wir spontan der größten dieser schmelzen einen besuch abgestattet haben, wurde beschlossen ihre stromquelle zu besuchen – ein 200m hoher staudamm inmitten vom absoluten nichts in der hochebene. nach langer und durchaus schneeträchtiger fahrt über nicht die breitesten straßen hat man sich dann irgendwann solche ausblicke verdient. warm

warm1

allerdings kamen wir nicht bis ganz dahin, da diverse verkehrsvorschriften nicht mehr enzuhalten bzw. zu lesen waren

aut1

aut

soviel erstmal dazu – für mehr informationen kann ich gern eine sehr kostenpflichtige hotline schalten. oder eigentlich muss mans selber sehen.

ja, ansonsten läuft das leben güldiomatisch weiter, seit einigen tagen liegt auch hier schnee und ich habe heute den großen triumph gefeiert, da erste mal seit 3 wochen vor 10 uhr aufzustehen (da ist es immerhin noch stockdunkel). außerdem habe ich cum laude meine prüfungen bestanden und habe hier mal meine abschlussarbeit für icelandic culture hochgeladen – in quellen und wissenschaftlichkeit hab ich jeweils ne D, allerdings wurde das ganze durch A in kreativität unüd selbstständigkeit wieder zu ner geselligen 2 ausgeglichen. ich mag das system. die feiertagsberichte werd ich ob der uhrzeit mal später nachschieben, und damit verabschiede ich mich mit einem “Gironimo!” und wünsche nen guten hinfall ins neue jahr. Gleðilegt nýtt ár!

weimarer republik:

draußen niest der eisbär rum,

der braucht ein antibiotikum!


p.s. jess my awsome friend/roommate is the coolest australien I know (I´m supposed to write this)

Freitag, 4. Dezember 2009

Ich bin ganz fusselig

Ja hallo freunde des türkischen pfefferbratens, mich hat die letzte woche wieder eine traurige wahrheit ereilt – unser internet war alle, einfach alle. und wir hattens nichmal vorher ausgedruckt – aber jetz ist es ja zum glück wieder da.

aber um gleich mal zum fusseligen teil zu kommen – ich hab mir heute ganz locker mein weihnachtsgeschenk gegönnt (nachdem gönnerhafte großeltern mir finanziell doch recht reichhaltige weihnachts-tantieme haben zukommen lassen und der ERASMUS-götze geld auf mich regnen ließ), und zwar, tata, nen dicken Island-pulli. und dick mein ich ernst. er, nich ich.

pul

jo, goldig. und ich kann jetzt schon mit bestimmtheit sagen: er wärmt und kratzt wie kein anderer, und nach dem ersten anprobieren hat er schon sorgsam so viele fusseln auf meinem bis dahín schwarzen hemd hinterlassen, da konnt ich einfach nich nein sagen. jetzt bin auch ich v.i.p. (very icelandic person). booyaka!

außerdem is dem einen oder der anderen vll aufgefallen dass mein kopf garnich mehr so verfusselt aussieht – ich war beim friseur, und das is gut so (und teuer oho). aber mit einem angeborenen sinn fürs perfekte timing, denn – ich war wichtig.

am dienstag hatten wir zu unzeiten konzert mit el choro, das wusst ich vorher (wenn auch nich lange). was ich vorher nich wusste: das ganze war aus anlass des isländischen tages der unabhängigkeit von dänemark geplant worden. und was ich auch nich wusste war, dass die expräsidentin dieses gewaltigen staates auch da war – gewaltig! jedenfalls wurden wir auch gefilmt und so war ich in den isländischen nachrichten beim singen patriotischer wikinger-hymen (was “Land míns föður” heißt kann man sich irgendwie denken). und so sieht das ganze aufgenommen und in farbe aus:

jo, und auf den beethovenkonzerten hatte ich mir vorher auch schon den mund fusselig geträllert, und das ganze sah dann eher so aus:

autogramme werden auf anfrage ausgestellt, allerdings kostet das ganze.

ansonsten dreht sich die welt hier weiter, die ersten verlassen nächste woche schon das land und ich bin schon froh, dass ich auf zwei semester verlängert hab, sonst wär das ganze doch zu kurz. apropos zu kurz, die tage ziehen inzwischen etwas an mir vorbei und es ist wirklich schwer aus dem bett zu kommen, man merkt den unterschied zu deutschen landen. diese kirche hier son

ist in der innenstadt von Reykjavík und ich hab sie letzte woche das erste mal nackich gesehen, da sie die ganze zeit (auch schon letztes jahr) renoviert wurde und das ist wirklich ne schöne eine. aufnahmezeit 10.34. und dieses outstanding bild ist um 15.15 aufgenommen wurden – da kommt sommerstimmung auf.son2

der isländer ansich ist auch schon ganz kribbelig vor weihnachtsstimmung, und so sieht zB das rathaus ausrat

letzte woche gabs nen kleinen wintereinbruch mit freundlichen minusgraden, aber inzwischen hat sich ganz ganze wieder um die null eingependelt und der schnee (der mich eines morgens doch etwas überrascht hatte) ist wieder weg. aber es ist schön anzusehen wie diverse südlinge, zB australier oder italiener hier vor freude im kartesischen dreieck gehüpft sind als der schnee lag. wobei man ihnen zugestehen muss, dass es wirklich schön aussieht. hier der blick, wenn ich mal aus meiner haustür treteesj

mit Esja, besagtem hausberg Reykjavíks. das ganze zusammen mit nem irgendwie wütenden sturm die letzten tage war schon richtig schön…nordisch. und man hat ja immer seine hot-pot ausflüge, und da gabs nen besonders schönen letzte woche – und zwar gibts in Reykjavík ja diesen “beheizten” strand, und da waren wir. davor gibts wieder so ein schönes heißwasserbecken zum rumgammeln und bier trinken. was man auch braucht für das folgende bad im ozean, was talentierte isländische heißwasseringenieure vorher auf 2,8° hochgeheizt hatten. falten hab ich seitdem nicht mehr.

nächste woche stehen 2 prüfungen an, dann bin ich fertig mit dem semester und kann mich wieder voll auf die ernsten dinge des lebens konzentrieren wie autos mieten, nordlichter gucken und Brennivin trinken.für die die es nicht wissen, Brennivin ist der ureigene isländische schnaps und wird laut wikipedia aus “fermentierter Kartoffel-Pulpe hergestellt und mit einem Kümmel-Aroma versehen”. es schmeckt übrigens ungefähr so wies klingt, aber man gewöhnt sich dran.

ja, und da bald meine spezielle hassliebe, die “Vínbúðin”, bald zumacht und mir mein untrügliches zeitgefühl sagt, dass es irgendwas um freitag rum sein müsste, werd ich wohl mal zum ende kommen. vielleicht mit ein paar guten ratschlägen:

  • man möge als deutscher staatsbürger und schulgänger möglichst das englische “th” vermeiden, besonders in gegenwart von native english speakern
  • man sollte unter seinen Schafspulli immer irgendwas möglichst durchstich-sicheres tragen, das kommt dem ungetrübten hautbild zugute
  • man sollte ab und zu mal zu hause anzufen, sonst wird man nur noch mit schimpfnamen begrüßt
  • man sollte angetrunkenen isländerinnen nicht mitteilen, dass sie durchaus 35 sein könnten, das kommt dem ungeröteten gesichtsbild zugute

ja, und damit verabschiede ich mich mit einem abschlusswinken vor der skyline dieser schönen stadt. und, nein, das leuchtende ding da oben ist nicht die sonne.raus

buenas tardes amigos!

weißwurst:

semester, wenn du bist zu ende,

klatsch ich dankend in die hände.

p.s. und für eventuell vorbeischauende leipziger topgeographen, die noch nichts von unserem allzeit bereiten blog wissen, hier nochmal die adresse: www.fsrgeographieleipzig.blogspot.com

p.p.s. für unsichere gemüter hier die ultimative lebenshilfe: http://isitbeeroclock.com/ das nimmt einem schwere entscheidungen des lebens ab